Der menschliche Makel…

März 3, 2010

Advertisements

Softskills

März 2, 2010

Nochmal Kartoffeln.

Februar 28, 2010

Verbratene Bratkartoffeln

Februar 27, 2010

Nach einem komplett beschissenen Tag habe ich eine Belohnung verdient. Einfach dafür, dass die ganze Welt ein unerträglicher Mistladen voll von bösartigen Irren ist, die nur darauf warten, dass sie irgendwem das Leben zur Hölle machen können.

Eine Badewanne ist so eine Belohnung. Oder irgendwas mit Alkohol. Nette Menschen – die gibt es auch – Und: Bratkartoffeln. Gestern war Bier, vorgestern Badewanne, die netten Menschen waren alle beschäftigt oder auf Reisen, also waren heute Bratkartoffeln dran.

Da ich dieses Belohnungssystem schon seit ein paar Jahren kaum verändert habe, gelingen mir inzwischen Bratkartoffeln in einer Qualität, die sogar Mitglieder der in Bratkartoffelangelegenheiten kaum noch zu beeindruckenden Generation meiner Oma respektieren.

Nun ging es mit in den Letzten Monaten recht gut, sodass mein Belohnungssystem ein wenig zum Erliegen gekommen war. Mit den meisten Dingen ist es ja wie mit dem Radfahren: Man verlernt sie nicht. Rauchen, trinken und baden, das lernt man einmal und dann kann man es. Mit Menschen ist es schon etwas schwieriger, da muss man sich immer wieder dran gewöhnen, Beziehungen und Freundschaften pflegen – und auch mal Fremde ansprechen, sofern sie sympathisch erscheinen.

Dass es mit Bratkartoffeln genauso ist, das habe ich heute erfahren müssen. Es gibt ja unzählige Arten der Bratkartoffelzubereitung: Man kann sie aus rohen Kartoffeln, Aus Pellkartoffeln und aus Salzkartoffeln machen, sie halbiert, in Scheiben oder in  Stifte geschnitten dann wahlweise nur mit Salz, aber auch mit Zwiebeln, mit Speck, oder Eiern  zubereiten – genauso alles zusammenschmeißen oder in irgendwelchen Kombinationen. Das sind die klassichen Bratkartoffeln.

Man kann auch anderes Gemüse mitbraten, sie in Honig mit etwas Balsamicoessig und Rosmarin ausschwenken, – es gibt unzählige Möglichkeiten des Würzens – Ich denke, ich kann von mir behaupten, schon fast alles mit Bratkartoffeln ausprobiert zu haben, von klassisch bis extravagant, von derb bis exotisch, süß, scharf, sauer…

Genauso mannigfaltig ist die Palette der Möglichkeiten beim Bratkartoffeln versauen. Brät man sie zu heiß oder passt nicht auf, brennen sie an, Hat man es zu eilig, hat man einfach warme Kartoffeln mit einer Fettschicht, Gibt man Zutaten zum Falschen Zeitpunkt dazu, kann es sein, dass man rohe Kartoffeln mit angebrannten Stückchen erhält. Ganz zu schweigen von den Schrecknissen kopflosen Würzens.

Ich hatte noch ein paar Pellkartoffeln übrig und dachte dann „jippie, nach son einem Scheißtag ist das doch genau das Richtige, mach dir ein paar Bratkartoffeln“.

Leider war ich zu ungeduldig und habe das Öl nicht heiß genung werden lassen, was bekanntlich dazu führt, dass man unten in der Pfanne eine leckere Kruste erzeugt, die man zwar abkratzen kann, aber nie komplett, sodass die ganze Kruste, die eigentlich um die Kartoffeln herum entstehen sollte, als brauner Zusatz zwischen warmen, fettigen Kartoffelstückchen herumdümpelt.

Viele Leute sagen dann ja, das liege an der Pfanne, und sie schwörten auf Teflon, Keramik, Gusseisen, Edelstahl, Email – was auch immer. Das ist Käse, man kann in jeder Pfanne gute Bratkartoffeln zubereiten, sofern man ein wenig Erfahrung mitbringt. Ich nehme am liebsten die Pfanne, die gerade sauber ist, so einfach hat man das, wenn man’s draufhat mit der Bratkartoffelzubereitung.

Aber die bedarf, wie ich heute am eigenen, in dieser Hinsicht wohl etwas träge und nachlässig gewordenen Leib erfahren musste, der stetigen und liebevollen Pflege, wie auch ein altes Auto oder die Beziehung zu einem Menschen sie brauchen.

Vielleicht wird man auch irgendwann so etwas wie weise in dieser Sparte? Möglicherweise kann ich ja in zehn Jahren auch mal ein ganzes Jahr lang keine Bratkartoffeln zubereiten  und verlerne es trotzdem nicht?

Eigentlich ist es mir schnuppe, ich wollte nur darauf hinweisen, dass die vermurksten Bratkartoffeln mir heute den Rest gegeben haben und alle Leser ganz eindringlich davor warnen, dass es jeder und jedem so gehen kann, immer dann, wenn man mit den Dingen, die man schätzt nachlässig wird und sie nicht mehr achtet. (Will ich eigentlich gar nicht, aber das klingt so schön pastorenmäßig, diesen Strang führe ich jetzt weiter, hui!)

Es sind niemals Kleinigkeiten, die einem den Tag versauen. Das machen schon die richtigen Probleme. Man merkt es nur an den vielen misslungenen Kleinigkeiten, dass gerade alles scheiße ist.

Es gibt doch solche Buddhisten, die sich nur mit Kleinigkeiten und deren korrekter Ausführung befassen, welche waren das noch? Gar nicht so blöd, wenigstens auf die Bratkartoffeln zu achten, wenn sonst nichts so richtig klappen will. Genauso wie auf die angenehme Badewassertempertur oder den richtigen Wein…Ich hab mit Buddhisten und stringenten Lebensfürungen im allgemeinen nicht viel am Hut, aber so ein bisschen mehr, ab und zu auf Kleinigkeiten achten?

Eigentlich ist mir das nicht neu, aber an so was erinnert man sich ja auch erst, wenn einem die vergeigten Bratkartoffeln am nach einem Scheißtag den Rest geben.

Geh ich jetzt vielleicht noch zur Tankstelle?

Februar 26, 2010

Interessante Hautfarbe

Februar 25, 2010

wahrheit II

Februar 23, 2010

Volksinitiative

Februar 19, 2010

Wow, ich hab gerade zum ersten mal die Grundsatzerklärung der „Volksinitiative“ von Elsässer und Co gelesen. Sonst war mir meine Zeit immer zu kostbar, um sie mit so einem Unsinn zu verschwenden, aber gerade hab ich mal Zeit zum umfassenden Quellenstudium.

Dass diese Leute die Volksgemeinschaft herbeisehnen, war mir schon bewusst, nicht aber, dass sie es auch in aller Klarheit ausformulieren:

„7. Die Volksinitiative will zum Entstehen eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses beitragen, das neben den unteren Klassen auch die Mittelschichten umfassen sollte und darüber hinaus auch die Teile des Kapitals ansprechen will, die sich dem spekulativen Angriff des internationalen Finanzkapitals entgegenstellen.“

Und in welche Richtung das im speziellen geht, wird auch schon angedeutet:

„2. Um diesen Angriff abzuwehren, muß der Nationalstaat aktiv werden. Die Teilnahme an Gremien, in denen das internationale Finanzkapital über seine Vertreter jede Entscheidung blockieren kann (EU, G8, IWF usw.), ist verschenkte Zeit. Wichtig ist eine Koordination der angegriffenen Nationalstaaten, wie sie in Lateinamerika unter Führung Venezuelas begonnen wurde.“

Und wie das in Venezuela so aussieht, wenn nich gerade Ahmadinedschad hofiert wird, ist hier nachzulesen.

Hier noch ein Video, dass man sich nicht ansehen sollte, lustig ist, dass Elsässer tatsächlich am Anfang des Vortrags 5 Minuten Lang erklärt, wie die Linken ihn in die rechte Ecke stellen und dass das ja gar nicht stimmt. Reichlich viel Aufwand, wo es doch so einfach sein könnte, – wie z.B. Horst Mahler es vorgemacht hat.

Bekenntnislyrik, Farfour

Februar 19, 2010

Heute ist leer. Wow. Leer. So leer

wie schon lang nich mehr.

Morgen wird anders:

voll.

Hoffentlich –

toll.

Heute habe ich zwei Menschen, die ich gerne mag, den Abend verdorben: Mit Farfour. Das wollte ich eigentlich gar nicht, aber dann fiel mir ein, dass ich beim ersten mal auch ziemlich erschrocken bin. (Jedenfalls tut es mir leid, C. und S.)

Es ist abstoßend in jeder Hinsicht. Die antisemitische Hasspropaganda, der religiöse Wahn, das ewige Lamento a.k.a. Palästinensisches Narrativ, dass die Zielgruppe Kinder sind…

Und es ist so so surreal, gerade weil es einfach nur dumm, schlecht gemacht und  banal ist – es könnte eine Karikatur von sich selbst sein, eine ziemlich platte Karikatur, aber das ist es eben nicht. Es ist todernst gemeint.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein durchschnittlich begabtes Kind auf solche Platitüden hereinfällt?

Ich erinnere mich, dass ich im Grundschulalter die pädagogischen Broschüren, die mich vom Rauchen abhalten sollten durchweg lächerlich fand, wegen der dummen Anbiederung in Form von Jugendsprache (Rauchen ist voll nicht „cool“!), den langweiligen Comics und der leicht zu durchschauenden pädagogischen Absicht. Mir war damals klar, dass Rauchen ungesund ist, dass es süchtig macht und dass ich nie damit anfangen würde. Die Aufmachung dieser Broschüren hat mir nur eins mitgeteilt: die Macher davon schnallen wohl gar nix.

Und das kann doch bei Farfour und Co nicht anders sein, oder? Solchen debilen Käse, gegen den sogar die Teletubbies spannend sind, kann doch kein Kind über sechs mehr sehen, ohne zu schnallen, dass die Produzenten von so was nicht alle Tassen im Schrank haben? Und dass sie einen als Zuschauer für ziemlich beschränkt halten?

Da bin ich wohl zu optimistisch. Eltern, die ihre Kinder sowas sehen lassen, werden auch noch auf andere Weise dafür sorgen, dass ihre Kinder gefährliche Arschlöcher werden, sei’s mit Absicht, sei’s durch Unterlassung.

Eigentlich ist das ganze Brimborium der Djihadisten so beschränkt und platt, wie Farfour&Co. Es ist ein lächerlicher Karneval, den sie da veranstalten, mit ihren Masken, Stirnbändern, und ihrem verbissenen Ernst und Pathos. Nichts daran ist interessant, erforschungswürdig oder zu bewundern. Es ist ein Mob von blutrünstigen Monstern, verkrachten Existenzen, die dem Wahnsinn verfallen sind. Karikaturen ihrer selbst. Und die man nur deshalb ernst nehmen muss, weil sie gefährlich sind. Sonst gibt es keinen vernünftigen Grund.

Es erschreckt mich, wie viele Menschen darin immer wieder einen Ausdruck von Kultur sehen wollen oder einen berechtigten Aufstand. Dass sie sich offenbar so sehr mit dem aufgepeitschten Mob identifizieren können, dass ihnen die Lächerlichkeit und Banalität der ganzen Veranstaltung gar nicht mehr nicht auffällt.

Jetzt kopfschüttelnd einschlafen.

wahrheit

Februar 16, 2010

Truth is always concrete – Wahrheit ist immer Beton.